15.12.24, Sonntag, 320 km bis Goegap

Das namibische Grenzdorf Noordoewer (übersetzt nämlich Nordufer ;-)  ).
Das namibische Grenzdorf Noordoewer (übersetzt nämlich Nordufer ;-) ).
Nach dem Überqueren des Oranje beginnt Südafrika
Nach dem Überqueren des Oranje beginnt Südafrika

Letzter Stopp in Noordoewer zum Tanken, eine Kleinigkeit zum Mittag und dann über den Fluss und die Grenze nach Südafrika. Die Grenzprozedur ist hier überschaubar, denn wir bewegen uns ja in der Südafrikanischen Zollunion.

Als heutiges Camp der Gruppe war eigentlich ein „Freicamp“  vorgesehen. Aber aus verschiedenen Überlegungen entschließt man sich zu einem Campground in einem Naturpark, dem Goegab Natur Park. Dort soll es auch Hütten für uns geben. 

Das sind noch 120 autobahnähnliche Kilometer bis zum Tagesziel. Kurz nach Springbok biegen wir ab und erreichen kurz vor Schließung das Camp. Die Hüttchen sind für uns aber ungeeignet. Der restliche Platz in einem kleinen Talkessel gefällt uns sehr gut, Truck, Zelte und Toilettenhaus, alles dicht beieinander. So entschließen wir uns, noch einmal das Zelt auszupacken. Wir haben es nicht bereut und hatten viel Spaß mit der Gruppe. 

 

16.12.24, Montag, bis Piekenierskloof 525 km

Die Nacht war kalt (die, die nachgeschaut haben, sprechen von 5° C), wir haben die Nase nicht vor Sonnenaufgang aus dem Schlafsack gestreckt…. Aber auf der Schnellstraße halten auch wir wieder an und ziehen die Regenkombis zum Wärmen über. Das ändert sich erst ab Vanrhynsdorp in der Mittagszeit. Es ist warm geworden, wir sitzen bei der Rastanlage und wie so oft, trudeln auch noch andere Mitfahrer ein. Aber nur wir wollen ab hier noch eine Schleife über den Botterkloof Pass einbauen. Deshalb nehmen wir die R27, die bald spektakulär den Van Rhynspass an der Abbruchkante der folgenden Hochebene entlang zieht. Ca. 1.000 Höhenmeter werden dabei überwunden.

 

Oben angekommen, noch ein paar Kilometer auf Asphalt, dann zweigt die R 364 als Schotterstrecke nach Süden ab. Die Strecke ist rumpelig, aber gut fahrbar. Irgendwann treffen wir auf den point-of-no-return unserer 1. Tour. Bevor der nächste Pass auf gutem Asphalt beginnt, liegt am Ufer des Brandewynrivier idyllisch das Traveller‘s Rest. Wir machen einen Kaffee Stopp und treffen wieder auf ein paar Leute unserer Gruppe, die einen noch längeren Abschnitt auf Schotterroute unterwegs waren. Wir machen uns auf den Weg zu unserem persönlichen Hotel Highlight, dem Piekenierskloof Mountain Resort, wo wir das letzte freie Zimmer ergattert haben. Viel zu schade für nur eine Nacht.

schon halbe Strecke den Vanrhynspass hoch
schon halbe Strecke den Vanrhynspass hoch
lediglich eine Schleife kurz vor dem Ende
lediglich eine Schleife kurz vor dem Ende
der Botterkloofpass, auch wieder in Falllinie ab-/ aufwärts.
der Botterkloofpass, auch wieder in Falllinie ab-/ aufwärts.
das schöne kaphöllandische Häuschen alleine in dieser grandiosen Kulisse
das schöne kaphöllandische Häuschen alleine in dieser grandiosen Kulisse
Blick aus unserem Zimmer im Piekenierskloof-Mountain-Resort, mit den letzten Sonnenstrahlen auf den Cedar-Bergen
Blick aus unserem Zimmer im Piekenierskloof-Mountain-Resort, mit den letzten Sonnenstrahlen auf den Cedar-Bergen

 17.12.24, Dienstag, 178 km über den Mittelbergpass nach Tulbagh

Die letzten Tagesetappen sind kurz und bieten genügend Spielraum für eigene Wünsche. Einer von Siggis Wünschen war schon 2019 über den Middelberg Pass zu fahren. Das passt dann heute gut. Also ein kleines Stück zurück nach Citrusdalen, tanken und auf der R303 den Pass hinauf. Der Asphalt hört schnell auf, ein kurzes Stück wird der Untergrund ziemlich grob, normalisiert sich dann aber zu einer gut fahrbaren Schotterstrecke. Die Aussicht in beide Richtungen belohnt für die Streckenwahl. Langsam fällt das Tal ab und wird weiter. Überall findet Obstanbau in großem Stil statt. Mit dem Gydo Pass endet das Tal bei Ceres. Wir fahren nach Tulbagh, dem pittoresken Städtchen mit vielen erhaltenen Häusern im kapholländischen Stil. Und in einem solchen finden wir noch ein letztes Zimmer. Nicht weit entfernt liegt auch das Camp auf der Fraaigelegen Farm, die aber wieder nur über eine anspruchsvolle Piste erreicht werden kann. 

den Middelbergpass aufwärts
den Middelbergpass aufwärts
am Middelbergpass oben
am Middelbergpass oben
Blick vom Parkplatz des Gydo-Passes abwärts
Blick vom Parkplatz des Gydo-Passes abwärts

Tulbagh

 18.12.24, Mittwoch, 123 km bis Melkbosstrands

Wir haben noch Zeit und sehen uns in aller Ruhe beim und nach dem Frühstück in unserem museumsartigen Haus um. Dabei kommen wir mit der Dame des Hauses auf Deutsch ins Gespräch. Kein Wunder, denn sie ist als gebürtige Südafrikanerin erst vor kurzem, nach Jahren in Deutschland, hier her zurückgekehrt. Auch für Sie ist vieles fremd und gewöhnungsbedürftig. Sie ist sich nicht sicher, ob sie wirklich bleiben will. 

Wir starten schließlich zu unserem letzten Pass, dem Bain‘s Kloof, über den die R301 führt. Es ist eine  Freude, den Pass auf frischem Asphalt und bei Sonnenschein unter die Räder zu nehmen. Auf der anderen Seite, quasi nach der letzten Kurve, liegt modern und einladend etwas abseits, das Café La Vita. Begeistert nehmen wir das leckere Angebot an, sitzen auf der Terrasse und genießen den Ausblick. Dann müssen wir uns losreißen und fahren zum letzten Camp vor Kapstadt, Melkbosstrand. Es ist immer wieder eindrucksvoll, nach Tagen in der Hitze und trockener Landschaft auf das Meer zu treffen. Uns zieht die Maranello Bar mit viel Bezug zur Formel 1, direkt an der Strandpromenade, an. Hier können wir windgeschützt sitzen und auf das Meer hinaus schauen.

 

Unsere Gruppe hat sich auf Melbosstrands Camp versammelt. Wir brechen auf, als die Sonne im Meer versinkt. Das Schauspiel wollen wir von unserem Balkon aus betrachten, aber dafür kommen wir schon fast zu spät.

19.12.24, Donnerstag, die Gruppe hat uns getragen, heute erreichen wir das Kap der Guten Hoffnung

perfekte Sicht auf den Tafelberg von Bloubergstrand aus
perfekte Sicht auf den Tafelberg von Bloubergstrand aus
GESCHAFFT  ! ! ! !   Das Motorrad darf nicht hierhin, aber Jan war schneller
GESCHAFFT ! ! ! ! Das Motorrad darf nicht hierhin, aber Jan war schneller

Wir starten früh in den Morgen und folgen der Beachfront über Bloubergstrand und Sunset Beach und genießen immer wieder den Table View, den tollen Ausblick bei klarem Himmel über die Bucht. Dann folgen wir einfach dem Navi und der Ausschilderung nach Muizenberg an der False Bay. Hier trifft man wieder auf das Meer, und wir lassen uns durch das Gewühl Richtung Cape of Good Hope treiben. Wir sind die ersten der Gruppe und genießen beim Warten das Gefühl, nach 8.000 km Afrika und unter erschwerten Bedingungen angekommen zu sein. Never give up! Und Siggi, ganz toll, dass Du durchgehalten hast und wir es gemeinsam bis zum Kap geschafft haben! Jetzt fällt auch bei den anderen Teilnehmer/innen die Anspannung ab und alle liegen sich in den Armen. Bis andere Touristen vorsichtig anfragen, ob sie auch mal nach vorn an das berühmte Schild dürfen. Klar, dürfen sie, und es ist das Signal zum Aufbruch. Wir bummeln den spektakulären Chapmans Peak Drive nach Hout Bay entlang, lassen es uns in der urig, seemännischen Mariner’s Wharf schmecken. Dann treffen sich alle in Kapstadt vor dem alten Gefängnis und unserem heutigen Hotel, der Waterfront Breakwater Lodge, wieder. Jetzt heißt es noch den Truck leeren, das Gepäck neu aufteilen und eine kleine Abendrunde an der Waterfront drehen.

1. die berühmten bunten Strandhäuschen. 2. und wieder treffen wir am Kap auf Strausse, diesmal mit Mini. 3. durch diese dicken Kiesel heißt es einen Weg zu finden  4. angekommen.

auf dem Chapmans Peak Drive Richtung Hout Bay
auf dem Chapmans Peak Drive Richtung Hout Bay

der Parkwächter erkannte sofort den lädierten Fuß und rangierte uns direkt vor den barrierefreien Aufgang zum Restaurant. So viele Garnele hat Siggi selten bekommen.

für die wirklich weiten Strecken in den 3 Gebäudeteilen des Hotels wurden besondere Transportmittel organisiert.

 

 

 

20.12.24, Freitag und letzter Tag, Abschied von der Gruppe und unseren Moppeds

Der Freitag beginnt mit strahlendem Sonnenschein und Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf den Tafelberg. Heute heißt es, die letzte Runde mit unseren treuen Motorrädern durch Kapstadt drehen, um sie dann in Muizenberg bei der Spedition einzulagern, bis sie nach den Feiertagen auf die Reise im Container geschickt werden. Am Abend haben wir noch ein sehr emotionales Abschiedsdinner mit unseren Mitfahrern, unserm Guide Josef (für den dies seine letzte Tour als Guide war) und unserem tansanischen Freund Othmann, der noch die Feiertage mit Leuten aus der Gruppe in Kapstadt ohne seine Familie verbringt.

Blick auf Kapstadt von der Bergstation der cable car
Blick auf Kapstadt von der Bergstation der cable car
die dicken Steine am Strand von Camps Bay
die dicken Steine am Strand von Camps Bay

Wir verbringen noch ein paar Tage in und bei der Stadt, bis unsere Relaxtour mit dem Auto in Richtung  Garden Route beginnt. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

Und wer jetzt Lust auf eine eigene Tour durch Afrika bekommen hat, schau mal nach, ob noch ein Platz für dich frei ist: 

Nachtrag der elchin:

ich hätte es nicht alleine mit Jans Hilfe geschafft, wenn nicht auch die tolle Unterstützung und das Verständnis der Gruppe da gewesen wäre. Von der Erlaubnis für Jan und mich, nicht am routierenden Küchendienst teilzunehmen, bis zu den vielen Handreichungen, wo mir einfach die Hände fehlten (insbesondere sei da Robert zu erwähnen); von Drehstühlen in den Zollgebäuden (Michaels Spezialität)

zum denkwürdigen Rückweg am letzten gemeinsamen Abend in Kapstadt, wo Robert, Jan und Arno mich huckepack genommen haben und Arno mich die 3 Etagen lange Treppe hinaufgetragen hat. Jochen hat auch häufig geholfen, z.B. seinen Stuhl im Schatten im heißen Nata zur Verfügung gestellt. Josef mit seinen Buchungen für unsere Unterkunft. Und viele Andere mit kleinen Gesten und moralischer Unterstützung. Auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen DANK.

 

Ich habe mir nicht vorstellen können, wie anstrengend es ist, sich auf Krücken zu bewegen. Und was der Begriff 'barrierefrei' für die Betroffenen wirklich bedeutet. Dass auch eine schiefe Ebene abwärts noch eine Herausforderung sein kann, nämlich das Vertrauen zu haben, dass die Gummistopfen nicht wegrutschen werden (ich habe ein Paar auf rauhem Untergrund verschlissen). Wie viele völlig unnötige Stufen nur aus optischen Gründen eingebaut werden. Einige Putzfrauen haben mir die Türen zu Behinderten-Toiletten geöffnet, obwohl ich ja keinen Rollstuhl hatte. Aber die stabil montierten Griffe habe ich schnell zu schätzen gewusst.

 

Gleichzeitig habe ich unerwartet viel Anteilnahme und Freundlichkeit von Fremden erfahren. Nicht nur die fast erdrückende Herzlichkeit von Agnes und Rita sowie den Krankenschwestern. Sondern auch viele, die sich deshalb Zeit für ein Gespräch mit mir genommen haben, das dann oft auch bei anderen Themen endete. Das Beeindruckendste für mich wird wohl ein vielleicht 15-jähriges, zartes mongoloides Mädchen bleiben, das mich auffangen wollte, falls ich eine schiefe Ebene hinunterfallen sollte.

 

Aus den 3-4 Wochen Heilungszeit in Himo und dann 6-8 Wochen in Livingstone sind jetzt 5 Monate seit dem Unfall geworden; und aus 2 gebrochenen Zehen wurden gemäß CT zuhause Anfang Januar 4 Knochen + Trümmer + Knochenerweichung mangels Belastung. ich muss davon ausgehen, dass der Fuß nie wieder völlig gesund wird, max. zu 90 %. Aber aufgrund der obigen Erlebnisse bereue ich meine Entscheidung nicht.