Südamerika

Eigentlich hat alles Weihnachten 2024 in Kapstadt begonnen. Der übliche Austausch von Weihnachtsgrüßen, auch mit unserem Freund Peter in Brasilien. Im Nebensatz erwähnt er, dass er sich ein neues Motorrad gegönnt hat und nur noch das Alte verkaufen muss. Darauf folgte gleich unser Aufschrei: STOPP! Das könnte doch unseres für die geplante Südamerika Tour werden! Und so kam es dann auch. Und Peter hat uns alles perfekt vorbereitet. Notarielle Vollmacht, Versicherung für alle bereisten Länder, Inspektion und neue Reifen plus seine und Celines Gastfreundschaft zum Start und Ende der Reise. Das war ein Gesamtpaket, das man so nicht kaufen kann!

 

So stehen wir dann wieder in FFM am Airport. 2 große Taschen, eine kleinere die auch später aufs Mopped passen könnte, ein Bordcase am Limit seiner Größe und zwei Taschen mit den wichtigsten und persönlichen Sachen. Und wie immer begleitet uns die bange Frage bis zum Luggage Drop off: Stimmte unsere Waage, haben die Helme genügend Schutz in der gepresst vollen Tasche? Aber LATAM hat nichts zu meckern, wir dürfen sogar das Bordcase mit einchecken und das Gepäck läuft sogar durch bis zum Zielflughafen, hoffentlich…

 

Damit fällt eine Belastung von uns ab. Die nächsten 24 Stunden sind eher gefüllt mit Langeweile, durch Tag und Nacht dämmern, ein bisschen Luft in Sao Paulo schnuppern und dann verkatert in Londrina ankommen. Sogar unser gesamtes Gepäck steht irgendwann neben dem Laufband und die Immigration ist schnell durchlaufen. Draußen holt uns Peter ab. Die nächsten Tage sind wir seine Gäste in der besten Unterkunft der ganzen Reise.

 

Nach ausgiebigem Ausschlafen wird uns unser Reisefahrzeug für die nächsten 9 Wochen vorgestellt. Peters 13 Jahre alte und 160.000 km gelaufene BMW R1200 GS ADV. Boah ist das ein Brocken. Ich weiß schon, warum ich die nie kaufen wollte.  Aber jetzt nicht jammern, obwohl: Siggi? Wie oft habe ich noch in den nächsten Woche geflucht…? Aber Peter hat sein bestes getan: Neue Mitas Reifen, Inspektion, extra eine neue, tiefe Sitzbank für mich besorgt. Und das Mopped war wirklich in gutem Zustand und hat (fast) nie gemuckt – bis auf einen entscheidenden Moment. Aber dazu später.

 

 

Jetzt gehen wir erst mal auf Einführungstour mit Peter durch seine brasilianische Heimat. Drei Tage à 300 km. Mittags gestartet, aber noch bei angenehmen Temperaturen im oberen 20° C Grad Bereich.  Landstraße mit viel Verkehr und immer seeehr zügig. Am zweiten und dritten Tag schöne Naturparks mit Wasserfällen besichtigt und vielen Erklärung dazu erhalten. Peter wird unser Erklärbär.