Wir wechseln nach Argentinien. Die Grenzformalitäten sind problemlos, am Rande gibt es noch nette Gespräche mit anderen Reisenden. Wir werden durch das Kennzeichen unseres Motorrads, häufig für Brasilianer gehalten. Und immer wieder, wenn wir aufklären, stellt sich heraus, dass die Einheimischen deutsche Wurzeln haben. Mit Begeisterung wird die Gelegenheit genutzt, die deutsche Sprache anzuwenden. Ab Perito Moreno folgt ein langer Fahrtag durch eher unspektakuläre Gegend auf der Ruta 40. Anfangs noch mit Landwirtschaftsflächen, später geht es in hügelige Wüsten über. Einen wichtigen Tankstopp, wichtig weil ohne Alternative für die nächsten 150 km, machen wir in Bajo Caracoles.
Bajo Caracoles ist kein Ort. Es ist ein staubiger Platz mit 2 Zapfsäulen, die man unter hunderten von Aufklebern nur erahnen kann. Ein paar Gebäude gehören dazu. In einem befindet sich so eine Art Road House. Ein Laden, der allen möglichen Krempel verkauft. Die wichtigsten Dinge des Lebens sind das nicht. Ein paar Mahlzeiten werden angeboten, aber in die Küche will man lieber nicht schauen, aber wie schon gesagt, egal ob man von Norden oder Süden hier eintrifft, es ist alternativlos.
Unser Tagesziel heißt Gobernado Gregores. In dieser Umgebung kann man schon von einer richtigen Stadt sprechen. Ein Kreisverkehr mit der unvermeidlichen Ehrung der Helden des Falklandkrieges (Malvinas), dann eine asphaltierte Allee mit begrüntem Mittelstreifen und Ampeln. An den Nebenstraßen kleine Parks. Das ist schon etwas für einen Ort mit 2.500 Einwohnern,vermutlich auch das Einkaufszentrum für viele unbekannte Orte und Haciendas im weiten Umkreis. Unsere Unterkunft liegt etwas abseits in einer staubigen Nebenstraße. Zu Fuß erkunden wir die „Stadt“.
Wir mussten eine Entscheidung treffen: Entweder auf der 40 und über den verfluchten, nichtasphaltierten Streckenabschnitt „Maleditos“ nach Tres Lagos, oder die möglicherweise risikoärmere, weniger dokumentierte R 27, dann R288 nach Tres Lagos. Der kritische Abschnitt hat seinen schlechten Ruf aus der Kombination von runden Kieselsteinen als Untergrund und heftigem, böigem Wind, der im Laufe des Tages gewöhnlich zunimmt. Außerdem hat es in den letzten Tagen Schäden durch heftige Niederschläge gegeben, die noch nicht alle beseitigt sind. Die Entscheidung fiel zu Gunsten der Umfahrung der Maleditos.
Die ersten 120 km lassen sich auch auf perfektem Asphalt mit 130 km/h abfahren. Dann kommt der Abzweig auf die R288 und damit beginnt auch hier eine Straße mit wechselndem Belag zwischen Schotterpiste, Rollkieseln und gelegentlich lehmigen, verspurten Baustellen. Immerhin: der Wind kommt meist schräg von hinten und ist damit weniger störend. Irgendwann haben wir die 150 km bewältigt und erreichen Tres Lagos. Ein kleines Nest mit einer Polizei Station, einer Bar, die einen Kaffee für uns braut, und ein paar Kilometer außerhalb eine supermoderne YPF Tankstelle. Die restlichen 150 km dürfen wir auf bestem Asphalt genießen. Wir kommen den Anden immer näher, daher wird die Landschaft abwechslungsreich.
- das letzte Foto oben rechts: während wir in Europa die Aufkleber als Andenken kaufen, druckt man sich hier eigene Aufkleber und hinterlässt sie überall. Mangels Alternative auch gerne auf den Straßenschildern ...
- die erste Begegnung mit der entscheidenden Kreuzung, am südlichen Ende
- wieder ordentlich gestapelte Wasserflaschen vor einem Marienbild, das man deshalb fast nicht mehr sehen kann
- einige ''Europäer'' haben sich schon i.S. Aufkleber angepasst. Daher begrüßt uns hier Baden-Württemberg, an einer Abfalltonne an einem Rastplatz mit dem ersten Blick auf den Lago Viedma.
Aussichtspunkte nutzen wir für kurze Stopps und am Nachmittag erreichen wir El Calafate. Hier wollen wir ein paar Tage bleiben. Außerdem haben wir eine weitere kleine Planänderung eingebaut. Wir wollen das Motorrad bei unserem B&B unterstellen und vom El Calafate Airport nach Ushuaia fliegen. Ca. 1000 km eine Strecke. Einerseits sparen wir uns die Anstrengung auf der Strecke, andererseits tut uns ein wenig relaxtes Programm gut. Und wenn wir es dadurch schaffen, mit nur einem Reifenwechsel bis zum Ende zu kommen, ist es auch finanziell eine Null Runde. Das Hostal ist das beste unserer Tour und lädt wirklich für Ruhetage ein. Das Motorradunterstellen ist kein Problem, und das schönes Restaurant mit Blick auf die Anden und den Sonnenuntergang werden wir ungeplant an jedem Abend genießen.
Lago Viedma
besagter Blick aus dem Restaurant, das nebenbei auch noch gutes Essen anzubieten hatte...
Ausgeschlafen wollen wir heute an den Perito Moreno Gletscher fahren. In El Calafate scheint zwar noch die Sonne, aber leider hängen die Wolken im Talkessel des Gletschers fest, gelegentlich kommen ein paar Regentropfen runter, aber auch ein paar Sonnenstrahlen finden den Weg auf den Gletscher.
Wir unternehmen eine Bootstour zu den Gletscherabbrüchen und erleben auch ein paar Abbrüche des kalbenden Gletschers. Spannende Info am Rande: Dieser Gletscher soll nicht kontinuierlich abnehmen, sondern weiter wachsen !!
Unser Flug nach Ushuaia, ans Ende der Welt, geht am Mittag. So haben wir noch Zeit, mit unserem leichten Gepäck die Stadt zu erkunden und dann mit einem Shuttle Bus zum Airport zu fahren.
- sehr spezielles Motorradwrack: eine Moto Guzzi, mit Holzsitzbank, kein Ständer
- wie kann so weit südlich in der bisher unwirtlichen Umgebung so viel Lavendel gedeihen ??? Am liebsten gepaart mit Rosen.
- schön gepflegte Alleen im Mittelstreifen der Prachtstraßen
- auch weit weg von der sogenannten Zivilisation haben wir mehrfach Elektroautos getroffen
- fast deutsches Kaffeetrinken in der Sonne
Ushuaia begrüßt uns mit 5°C, und schon da wissen wir: Mal ohne Motorrad ist auch nicht schlecht.
Unser Hotel ist für uns luxuriös, mit seinem großen, modernen Zimmer und Blick über die Stadt. Sie hat mittlerweile über 100.000 Einwohnern, die fast komplett vom Tourismus leben. Das Flair ist 'nordisch' ;-), nicht nur wegen dem Wetter…
Wir genießen das 1. argentinische Frühstücksbüfett, das nichts zu wünschen übrig lässt, mit Blick über die Stadt, während ein Schneeschauer niedergeht und der Schnee bis kurz vor den Häusern liegenbleibt. Wir haben Februar (also so etwas wie August bei uns). So warm wie möglich eingepackt erkunden wir die Stadt zu Fuß, machen Pläne für die nächsten beiden Tage, kaufen Schokolade als Mitbringsel vom Ende der Welt (wie wird die wohl später die hohen Temperaturen überstehen???). Ein spezielles Erlebnis ist der Besuch der Post, um eine Postkarte für Oma in Deutschland zu verschicken. Eine Briemarke kostet umgerechnet 7,50 €. Die Bezahlung kann nur mit Karte erledigt werden. Das Kartengerät am ersten Schalter wiedersteht diversen Versuchen, und auch der hinzugezogene Kollege weiß keinen Rat. Neuer Versuch am Schalter nebenan. Der Card Reader wird notdürftig von einem Gummiband zusammengehalten und das Netzkabel macht auch keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Aber irgendwann kann das Porto unserem Konto belastet werden.
Zum ersten Mal ohne eigenen fahrbaren Untersatz sehen wir uns gezwungen, Touri-Programme zu buchen. Was wir früher immer abgelehnt haben. Aber jetzt nutzen wir eine Bustour in den NP Terra del Fuego, machen eine Fahrt mit dem historischen Gefangenenzug und kehren bei immer besserem Wetter nach Ushuaia zurück. Auch für den folgenden Tag wird Sonnenschein vorhergesagt. Das macht eine Schiffstour im Beagle Canal zum alten Leuchtturm und der Pinguin Insel attraktiv. Wir buchen also und verbringen den restlichen Tag im Städtchen.
2. Tag: Ganz ungewöhnlich für unsere Reise: Wir stehen mit Wecker um 6 Uhr auf, sind um 7 Uhr bei den ersten am Frühstücksbuffet. Noch schnell unsere Sachen packen. Unser Gepäck stellen wir beim Anleger des Katamarans unter. Um 9 Uhr starten wir und genießen bei bestem Wetter den Ausflug auf dem Beagle-Kanal. Wir bekommen sogar noch Wale zu sehen. Mit dem Taxi geht’s anschließend zum Airport, die Maschine der Aerolineas Argentinas hat Verspätung, aber um 19:30 Uhr sind wir zurück in El Calafate und besuchen zum letzten Mal unser Restaurant Parrilla Don Pichon mit Aussicht auf den Lago Argentino und die Anden. Wunderbar.
Ganz ungewöhnlich für unsere Reise: Wir stehen mit Wecker um 6 Uhr auf, sind um 7 Uhr bei den ersten am Frühstücksbuffet. Noch schnell unsere Sachen packen. Unser Gepäck stellen wir beim Anleger des Katamarans unter. Um 9 Uhr starten wir und genießen bei bestem Wetter den Ausflug auf dem Beagle-Kanal. Wir bekommen sogar noch Wale zu sehen. Mit dem Taxi geht’s anschließend zum Airport, die Maschine der Aerolineas Argentinas hat Verspätung, aber um 19:30 Uhr sind wir zurück in El Calafate und besuchen zum letzten Mal unser Restaurant Parrilla Don Pichon mit Aussicht auf den Lago Argentino und die Anden. Wunderbar.
Das Wetter ist fantastisch. Da lohnt sich der auf dem Hinweg aufgeschobene Abstecher nach El Chaltén zum Cerro Torre und Fitz Roy. Entlang des Lago Viedma kommen wir den schneebedeckten Bergen immer näher, sehr beeindruckend. Die Felstürme wachsen unvermittelt ca. 3.000 m hoch über die Ebene davor. Wir versuchen noch einen Abstecher Richtung Talende. Aber auf der schlechten Schotterstrecke sind vom Wanderer über Mountain Biker bis zum Spaziergänger alle, die sich bewegen können, unterwegs. Wir drehen um und genießen den Anblick in Ruhe vom Dorf aus. Das wurde erst 1985 gegründet, um Argentiniens Anspruch auf diese Gegend zu unterstreichen, und ist mittlerweile das Sportler-Mekka von Argentinien geworden. Ähnlich wie Ushuaia lebt der Ort sehr gut insbesondere von den ausländischen Besuchern.
Heute heißt die große Frage erneut: Fahren wir die Maleditos, also die Ruta 40, oder nicht. Die legendären 70 km mit Rollkieseln, die keinen Halt geben, und der Sturm, der böig die Fahrt auf gutem Untergrund schon zum ständigen Kampf mit der Schräglage machen, stehen der Wiederholung der Hinfahrt gegenüber. Auch 130 km starker Wind und Schotter. In Tres Lagos müssen wir uns entscheiden. Nochmal tanken und einen Schwatz mit Südafrikanern halten, die mit ihrem Toyota Camper seit Jahren in Südamerika unterwegs sind. Gelegentlich fliegen sie nach Hause, das Fahrzeug bleibt dauerhaft hier. Wir suchen noch die Polizeistation auf, um den Streckenzustand zu erfragen. Aus Sicht des Polizisten sollte es gut gehen. Wir bewerten solche Angaben aus Sicht von Autofahrern inzwischen kritisch. Aus Vierradsicht ist immer alles einfach. Aber tatsächlich herrscht kein starker Wind, in den letzten Tagen hat es nicht geregnet, was für verschlammte Senken und Hänge hätte führen können. Und irgendwie will ich sie ja schon bezwungen haben – die verdammten Maleditos. Also auf, und bis auf einen besonders losen Abschnitt lässt es sich vergleichsweise gut fahren. Das einzige heftige Schlingern kriege ich mit Schweiß auf der Stirn unter Kontrolle. Landschaftlich ist die Strecke der Alternativroute deutlich überlegen. Wir genießen immer wieder neue Ausblicke.
Ziel ist heute das uns schon bekannte Gobernado Gregores. Siggi ist schon mit leichtem Husten und Schnupfen in diesen Tag gestartet, und langsam tritt auch Fieber auf. Das bestärkt uns darin, eine wohnlichere Unterkunft zu suchen. Im Canadon Leon finden wir ein ruhiges Plätzchen mit freundlichen Gastgebern. Siggi fällt sogleich ins Bett, ich bekomme erstmal einen Hamburger und mache dann einen Sonntagsspaziergang durch das Städtchen.
Am Montagmorgen müssen wir einsehen, dass eine fiebrige Infektion nicht gleich am nächsten Tag besser ist. Wir dürfen auch noch eine weitere Nacht in unserem Zimmer bleiben. Die Apotheke ist nicht weit entfernt und hat ein paar lindernde Medikamente parat.
Nach einer weiteren Nacht und gut ausgeschlafen, probieren wir die Weiterfahrt. Ein weiterer Tag in dem staubigen Westernort ist nun auch nicht so verlockend. Aber dann liegen 350 km bis zum nächsten Ort vor uns. Es ist zudem heute heftig windig und nur 13 – 18° kühl. Die erste und einzige Pause gibt es nach 210 km wieder in Baja Caracoles, dem runtergekommenen Roadhouse mit Zapfsäule. Immerhin gibt es kaputte Toiletten und unfreundliches Personal. Wir genießen aber den Windschutz und die Sonne zum Aufwärmen. Dazu teilen wir uns ein Schnitzel milanese mit Pommes und eine Dose Cola. Dann geht es weiter nach Perito Moreno. Wir haben in booking ein gutes Hotel gefunden. Alles sehr freundlich und begrünte Seitenstreifen und Vorgärten. Sogar ein Eiscafe lockt uns an. Das kann man ja als richtige Stadt bezeichnen.
Gut erholt nehmen wir die nächsten 530 km unter die Räder. Schon die Tankstelle am Ortsende ist nur durch Schotter und Pfützen zu erreichen. Außerhalb begrüßt uns auch gleich wieder kräftiger Seitenwind. Der Ort Rio Majo ist vorläufig die letzte Station der Zivilisation. Aber schon der Versuch, einen Kaffee zu ergattern, wird zum Abenteuer. Schließlich landen wir in einem Hotel, das eigentlich noch nicht offen hat, und die Küche braut uns so etwas wie Kaffee. Das Ziel für heute lautet Esquel. Wir haben es deswegen ausgesucht, weil uns ein Motorradfahrer noch in Chile die von hier aus durch einen Nationalpark führende Ruta 71 dringend als Alternativroute zur 40 empfohlen hat.
Unser gebuchtes Hotel sieht hübsch aus und hat im Hof eine Parkmöglichkeit für unser Motorrad. Damit sind leider die positiven Merkmale auch schon aufgezählt. Immerhin sind wir positiv überrascht von dem Wintersportort Esquel. In der Apotheke kaufen wir nochmal Medikamente nach, denn langsam befällt die Krankheit auch mich. Noch besser ist aber das urige Restaurant, das man uns empfohlen hat.
Nach dem sogenannten Frühstück, das qualitativ dem Hotel nicht den Rang abläuft, starten wir in einen wunderbaren Tag. Die R 71 führt durch sattes Grün aus dem Ort hinaus, steigt langsam an, und bietet immer wieder Aussichtspunkte zurück ins Tal. Irgendwann ist die Nationalparkgrenze erreicht. Die Ranger erheben die Eintrittsgebühr – selbstverständlich per Cardreader- und geben Tipps für die kommende Strecke. Der Untergrund wechselt zu gepflegtem Schotter, und die Strecke windet sich in Seenähe durch das Tal. Als ein Camping- und Rastplatz ausgeschildert wird, verlassen wir die Straße und machen Pause. Der Platz hat gerade erst nach einem großen Waldbrand wieder eröffnet, bietet Fladenbrote direkt aus dem Holzfeuer und Kaffee an. Versteckt zwischen den Bäumen stehen auch ein paar Campingfahrzeuge. Dann geht es weiter durch die grüne Gebirgswelt.
Irgendwann trifft unsere Route wieder auf die 40, und es geht Bariloche entgegen. Schon am Ortsanfang stellen wir fest, dass wir nach Wochen in einsamer Umgebung in einer anderen Welt gelandet sind. Es herrscht heftiger Verkehr mit Stau, Ampeln und Kreisverkehren. Das eigentliche Zentrum liegt nach links auf den See zu. Und dahin geht es steil bergab. Natürlich im für Südamerika üblichen Schachbrettmuster mit wechselnden Einbahnstraßen. Unser Hotel ist ein Hochhaus und die Zufahrtstraße erinnert uns an die Lombard Street in San Francisco. Schwierig, hier das Mopped abzustellen. Außerdem hat diese „Großstadt“ den Nachteil Volk anzuziehen, das wenig Vertrauen erweckend und bekifft an den Straßenecken rumhängt. Auf Nachfrage dürfen wir unser Mopped auf der fast waagerechten Fläche neben dem Hoteleingang abstellen.
Wir haben eine zweite Nacht gebucht. Wir brauchen einen Ruhetag. Die Infektionen und die anstrengenden letzten Etappe haben ihre Spuren hinterlassen. Eine Übersättigung an Eindrücken macht sich auch bemerkbar. Das müssen wir erstmal verarbeiten. Außerdem brauchen wir ein paar Kleinigkeiten, die man hier vielleicht bekommen kann. Und meine Haare sollen auch wieder kürzer werden. Nebenbei können wir uns die schönen Seiten von Bariloche anschauen. Sogar mehrere Eiscafés gibt es. Am Ende des Tages sind die Haare kürzer, der Wasserrucksack hat eine neue Trinkblase, und auch das Headset am Helm ist wieder fest verklebt.
Wir lassen Bariloche hinter uns und freuen uns auf einen schönen Fahrtag in spannender Umgebung. Weil wir schon nicht mehr schlafen konnten, sitzen wir schon um 7:00 Uhr beim Frühstück und um 8:30 ist das Mopped gepackt und getankt und wir rollen bei schönstem Morgenlicht aus der Stadt und auf der Ruta 40 um den Lago Nahuel Huapi bis San Martin de los Andes. Alles topp ausgebaut, landschaftlich sehr schön. Dahinter biegen wir auf die 48 ab, die uns über den Huahum Pass nach Chile führt.
Hier ist von Asphalt keine Rede mehr. Im Gegenteil, eine heftig ausgefahrene Schotterpiste mit anfangs viel Verkehr ist hier der Grenzpass nach Chile. Am westlichen Ende liegt kurz vor dem See Pirihueico sowohl die argentinische wie auch die chilenische Grenzstation. Und dann kommt der Fähranleger, von dem aus wir in 1,25 Stunden durch einen fjordähnlichen Einschnitt im Gebirge das eigentliche Chile erreichen können. Aber auf dem anspruchsvollen Pass läuft uns die Zeit davon. Dann kommt die Grenzabfertigung. Die Argentinier sind schnell mit uns fertig, 3 km weiter die Chilenischen Grenzer. Alle sind wieder sehr freundlich, einer möchte sogar stolz sein Deutsch anwenden, aber sie wollen ausgerechnet diesmal auch in alle Koffer und Taschen schauen. Um 15:45 h werden wir endlich entlassen. Die Fähre geht um 16:00 Uhr und die nächste und letzte um 19:00 Uhr. Also muss ich die Geschwindigkeitsbeschränkungen massiv ignorieren. Um 15:58 fahren wir an den Schlagbaum des Anlegers, der schon runtergelassen wurde. Ich werde gleich durchgewinkt und Siggi ins Ticketbüro geschickt. Als Letzte erreicht Siggi im Sprint die Fähre. Geschafft!!!
Wir genießen die Fährfahrt auf dem Lago Pirihueico, die wirklich keinen Vergleich mit Fjorden in Norwegen scheuen muss. Im Zielhafen Puerto Fuy quirlen trotz der späten Uhrzeit immer noch Unmengen von Badegästen bei wahrscheinlich ungewohnten 25 Grad im Wasser und durch den Ort. Und unsere Unterkunft in Panguipulli ist für uns eine der topp Adressen dieser Tour; der Ort erstaunlich groß, obwohl er wahrscheinlich auch nur vom Tourismus lebt.